22.11.2021

PIM als integraler Bestandteil des digitalen Handels

Teil 2: Produktdaten aus Händlersicht

In unserem ersten Artikel „PIM als integraler Bestandteil des digitalen Handels – Teil 1: Produktdaten aus Kundensicht“ haben wir uns die Customer Journey von Octavian genauer angeschaut, welcher ein Produkt hauptsächlich an Beschreibung und Bildern bewertet. In unserem zweiten Teil wollen wir den Blickwinkel verschieben und unser Beispielunternehmen, „Mode Piment“ und deren Produktdaten aus Händlersicht bewerten.
 „Mode Piment“ hat einen Onlineshop mit der Zielgruppe Damen und Herren und bespielt eine weitere Verkaufsplattform. Das Sortiment aus Mode und Accessoires wird ausschließlich in Deutschland vertrieben.

Teil 2: Produktdaten aus Händlersicht

Aus Händlersicht haben Produktdaten einen völlig anderen Stellenwert als aus Kundensicht, daher lohnt es sich für beinahe jedes Unternehmen, beide Seiten genauer unter die Lupe zu nehmen, zu definieren und zu bewerten.
Der Produktdaten-Flow für ein Unternehmen kann folgendermaßen aussehen: 
Relevante Daten können aus unterschiedlichsten Quellen kommen, wie beispielsweise Fotos und Bilder von Herstellern, Lieferantendaten, Excel-Tabellen, Übersetzungen usw.
 Aus diesen Teilmengen entsteht ein komplexes Gefüge relevanter Produktinformationen, die teilweise sehr unterschiedlich sind und unter Umständen aufwendig aufgearbeitet werden müssen.

Der Aufwand für eine qualitativ hochwertige Produktdatenpfelge steigt durch die Anzahl relevanter Quellen.


Der Produktdaten-Flow lässt sich nicht verallgemeinern und ist in jedem Unternehmen individuell. Am Ende einer genaueren Betrachtung kann allerdings die Erkenntnis stehen, dass die Abläufe nicht effektiv, damit kosten- und zeitaufwendig sind und sogar ein Ergebnis hervorbringen, welches qualitativ nicht überzeugt. Dies ist der Fall, wenn Artikelbeschreibungen ungenau und nicht konsistent auf allen Plattformen sind.
 Unser Beispielunternehmen, „Mode Piment“ hat für sich entschieden, dass eine Weiterentwicklung sinnvoll ist, weil die aktuell angewendete Produktpflege (Arbeits-)Zeit und damit viel Geld kostet.

PIM als möglicher Lösungsansatz

PIM steht für Product Information Management und ist eine zentrale Verwaltungsstelle für Produktdaten. Den Zulauf aller relevanten Daten erhält es aus internen und externen Quellen. 
Das Ausspielen der aufbereiteten Produktdaten erfolgt in die Marketing- und Verkaufskanäle.
 Es stellt alle benötigten Produktdaten zentral bereit, sodass sich diese effektiv bearbeiten, konsolidieren und auf Qualitätsstandards überprüfen lassen.
Es gibt weitere vorstellbare Szenarien, bei denen der Einsatz eines PIM eine optimale Lösung sein kann.

Szenario 1: Migration von Shop-Plattform <A> zu Shop-Plattform <B>

Mögliche Gründe können Kostenfaktoren, nicht mehr ausreichende Features, Produktdaten-Migration (ETL-Prozess) oder Migration von Kundendaten und Bestellungen sein.
 ETL-Prozess steht für „Extract - Transform – Load“ und meint die Extraktion aus einem alten System, die ggf. recht aufwändige Vereinigung von Daten und das Ausspielen zu einer Zieldatenbank.
Auch „Mode Piment“ ist mit einer Verkaufsplattform unzufrieden, da wichtige, zeitsparende Features nicht bereit gestellt werden. Bisher hat die Unternehmensleitung sich vor dem Schritt eines Plattformwechsels gescheut, weil der manuelle Arbeitsaufwand alle Artikel und Kundendaten zu transferieren, immens ist.

Szenario 2: Expansion

Bei einer geographischen Expansion in weitere Länder sind gesetzliche Regularien, unterschiedliche Sortimente, Übersetzungen und Währungen eine Herausforderung.
„Mode Piment“ möchte ins umliegende Ausland wachsen und das Sortiment auch für Kunden aus Österreich, Schweiz, Frankreich und Niederlande anbieten. Besonders die unterschiedlichen Regularien in der Schweiz, da nicht zugehörig zum EU-Wirtschaftsraum, und die Pflege der Übersetzungen im Webshop hat die Unternehmensleitung bisher davon abgehalten, diesen Weg zu gehen.

Szenario 3: Neue Kanäle

Durch die Erschließung neuer Kanäle im Bereich Verkauf und/oder Marketing gibt es weitere Herausforderungen durch die manuelle, sehr zeitintensive Pflege einzelner Kanäle, SEO, Bestandsverwaltung und Dynamic Pricing. 
Auch bei „Mode Piment“ ist angekommen, dass Marketing ohne Social Media kaum mehr denkbar ist. Das unternehmensweite Wissen rund um Facebook, Instagram, Twitter und Co. ist allerdings beschränkt und die Hürde groß, den ersten Schritt zu gehen. Die Unternehmensleitung sieht sich nicht in der Lage, den Mehraufwand für die Postings auf den Plattformen zu bewerten und möchte vermeiden, dass im Marketing das gleiche geschieht wie bei den Produktpflegern: Doppelte Arbeit, weil Daten mehrfach „angefasst“ werden müssen, Mehraufwand und damit unnötig erhöhte Kosten.

Ein PIM unterstützt diese Szenarien optimal. 
Für Migrationen können Datensätze in das PIM importiert – dort zentral effektiv bearbeitet, konsolidiert, Qualitätsstandards und SEO-Tauglichkeit überprüft werden.
Einige PIM-Systeme bieten die Möglichkeit Märkte, wie beispielsweise Wirtschaftsräume, zu definieren. Dort kann gezielt mit Übersetzungen, Währungen und rechtlichen Anforderungen gearbeitet werden.
 Auch beim dritten Szenario kann ein PIM Abhilfe schaffen. Die zentral gepflegten und aufgearbeiteten hochwertigen Produktdaten können gebündelt an Social Media-Plattformen ausgegeben werden. Der befürchtete Mehraufwand fällt weg und eine konsistente Datenqualität wird garantiert.

Der Einsatzbereich eines Product Information Managements erstreckt sich über viele Unternehmensbereiche und ist für zahlreiche Branchen denkbar. Nicht nur der Einzelhandel kann profitieren. Auch die Immobilienbranche, Hersteller aus verschiedensten Bereichen und Dienstleister können unter Umsänden ihre Unternehmensabläufe deutlich effektiver gestalten.